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Manila - Olandes Marikina 2 | From The Street To Exhibition

Im November 2017 startete das zweite Projekt in Olandes Marikina. Wir wurden bei unserer Ankunft in Olandes von den Bewohnern nicht nur offen und freundlich, sondern auch sehr herzlich und respektvoll empfangen. Da die Strukturen (Partnerschaft Schule/ Barangay Hall) vor Ort durch unser erstes Projekt bereits aufgebaut sind, konnten wir direkt in das zweite Projekt starten. Projektmanager Timothy und Field Workerin Ate Olive stellten gemeinsam mit der Vertrauenslehrerin der Schule eine Liste von insgesamt 20 Kindern zusammen, die drop out gefährdet sind, oder aus finanziellen Gründen nicht eingeschult werden können. Es war kein Leichtes für uns, die zehn Kinder zu finden, die eine externe Unterstützung am nötigsten haben. Fest steht, dass alle Familien individuelle, zum Teil traurige Geschichten haben, die wir sehr offen, ehrlich und auch emotional erlebten. Nach intensiven Gesprächen mit den einzelnen Familien stellte sich jedoch deutlich heraus, wo die Umstände am prekärsten sind und welche Kinder an dieser Stelle Priorität genießen.

In einem Workshop erlernten die Kinder den Umgang mit der Kameratechnik. Schon während des Fotoworkshop war deutlich zu spüren, wie sehr sich die Kinder auf das Fotografieren freuen. Während der einwöchigen kreativen Phase waren die Künstler und Künstlerinnen in den Straßen Manilas unterwegs und fotografierten ihren Alltag. Hierbei ist uns wichtig, dass die Kinder ohne äußeren Einfluss und Druck an das Fotografieren herangehen. So hat die Kreativität freien Lauf und die Motive können eigenständig gewählt werden. Nach Abschluss der kreativen Phase, wurden die Filme in einem kleinen, auf analoge Fotografie spezialisierten Fotolabor entwickelt, mit den Kindern gesichtet und durch die Eltern und Behörden genehmigt.

Um trotz der großen Distanz auch dem Käufer die Chance zu geben, eine Nähe zum Künstler herzustellen, führen wir mit unseren Projektteilnehmern ein Interview. Wir möchten wissen, was die Kinder bewegt und leitet, wie ihr Alltag aussieht, was sie gerne machen und wovon sie träumen. Wir möchten die Künstler und Künstlerinnen kennenlernen, ihre Werke einordnen und verstehen können. Auch bei unserem zweiten Projekt zieht sich der innere Kompass der jungen Künstler und Künstlerinnen wie ein roter Faden durch die Projektzeit und die Antworten und Charaktere der Kinder spiegeln sich in ihren Werken wieder. Die naive Kreativität der Kinder ist in jedem einzelnen der Bilder zu erkennen und ermöglicht ganz besondere Kunstwerke, die losgelöst von gesellschaftlichen Werten, Regeln und Strukturen sind. Die Fotografien spiegeln fantasievolle Ideen, innere Impulse und eine spielerische Experimentierfreude. Die Magie der Realität, wird auf eine so ehrliche Art und Weise festgehalten, wie nur ein Kind sie zu sehen vermag.